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August 24, 2026 von Thomas Sellmeir

Bericht zur Gemeinderatssitzung vom 29. Juli 2026

Bericht zur Gemeinderatssitzung vom 29. Juli 2026
August 24, 2026 von Thomas Sellmeir

In unserer letzten Gemeinderatssitzung im Juli standen noch einmal zahlreiche wichtige Themen und Entscheidungen auf der Tagesordnung. Aus praktischen Gründen fand diese wegen der Besichtigung des Feuerwehrhauses direkt im Schulungsraum der Feuerwehr Marzling statt.

Bericht des Bürgermeisters

Zu Beginn konnte ich über einige aktuelle Entwicklungen und Termine in unserer Gemeinde berichten. Besonders erfreulich war das diesjährige Stadtradeln: Mit 74 aktiven Radlerinnen und Radlern in sechs Teams wurden insgesamt 19.864 Kilometer zurückgelegt. Neben einer Sternfahrt nach Attenkirchen fanden auch ein Frühschoppen bei den Naturfreuden und eine Radbildersuchfahrt statt. Außerdem konnte ich darüber informieren, dass die gegen die Kommunalwahl gerichtete Wahlanfechtung inzwischen von der Kommunalaufsicht zurückgewiesen wurde.

Ein weiteres Thema war unsere Wasserversorgung. Leider stehen aufgrund der im letzten Jahr beschlossenen Gebühren die Anpassungen der Abschlagszahlungen an. Die entsprechenden Bescheide werden verschickt. Darüber hinaus ist am 02. Oktober ein Tag der offenen Tür geplant, bei dem sich die Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort über die Wasserversorgung informieren können.

Auch über verschiedene Ereignisse und Projekte aus dem Gemeindeleben konnte ich berichten. Ende Juni wurde der neue Radl-Rastplatz bei Hangenham eingeweiht. Bei der Sommernacht unserer Feuerwehr wurde gleichzeitig das 20-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr gefeiert. Besonders erfreulich ist, dass sich 17 Jugendliche bei unserer Feuerwehr engagieren.

Für den Bauhof konnten inzwischen auch das zweite notwendige Fahrzeug beschafft werden, ein gebrauchter Ford Transit mit Pritsche. Aufgrund der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel mussten wir uns bei den Fahrzeugen letztlich für Verbrenner entscheiden, da vergleichbare Elektrofahrzeuge derzeit finanziell nicht darstellbar sind.

Im Rathaus steht inzwischen außerdem eine Handysammelbox zur Verfügung. Damit können alte Mobiltelefone sinnvoll gesammelt und wiederverwertet werden. Auch die neue Ausgabe von „Marzling intern“ liegt wieder an den bekannten öffentlichen Stellen aus.

Im Hinblick auf unsere Partnerschaft mit San Zenone konnte ich berichten, dass wir Anfang Juli dort zu einem spontanen „Antrittsbesuch“ mit unseren beiden Referent*Innen Irmi Trautner und GR Seidl.
Auch durften wir mit einer Abordnung bei der Einweihung des nach Papst Franziskus benannten Platzes dabei sein. Wir freuen uns, unsere Freunde aus San Zenone vom 25. bis 27. September in Marzling zu begrüßen. An diesem Wochenende findet auch die Einweihung unseres Barockstadels statt.

Und natürlich nicht zu vergessen: Wir als Gemeinde bekommen vom Frauenbund eine Bank geschenkt – leider „zieht“ sich das mit der Aufstellung am geplanten Standort am Fuße der Isarbrücke noch etwas nachdem das Wasserwirtschaftsamt Bedenken bezüglich Überschwemmungsgefahrt und umliegender Bäume angemeldet hat….

Wichtige Projekte und aktuelle Entwicklungen

Ein wichtiger Punkt war der Sachstand zur Regenerierung unseres Tiefbrunnens II. Die Ausschreibung ist erfolgreich verlaufen und es sind mehrere Angebote eingegangen. Nach aktuellem Stand soll mit den Arbeiten im Frühjahr 2027 begonnen werden.

Auch die geplante Eisenbahnüberführung an der Isarstraße beschäftigt uns weiterhin. Von Seiten der Deutschen Bahn liegt inzwischen ein neuer Vorschlag zur Gestaltung der Flügelstützwände vor. Vorgesehen ist eine Neigung von 45 Grad nach außen. Hierzu werden derzeit weitere Gespräche geführt.

Ausführlich habe ich außerdem über die finanzielle Situation der Gemeinde und der bayerischen Kommunen berichtet. Bei einem Gespräch mit der Kommunalaufsicht wurden insbesondere die hohen Defizite im Bereich der Kinderbetreuung und des Friedhofswesens angesprochen. Auch die bereits beschlossenen Anpassungen bei Wasser- und Abwassergebühren wurden thematisiert. Deutlich wurde erneut, dass einmalige Einnahmen, beispielsweise aus Grundstücksverkäufen, keine dauerhafte Lösung für strukturelle Haushaltsprobleme darstellen. Insgesamt verlief das Gespräch mit der Kommunalaufsicht nach Einschätzung der Zweiten Bürgermeisterin positiver als in den vergangenen Jahren.

Ein weiteres Thema waren die neuen Lärmschutzbereiche des Flughafens München. In bestimmten Schutzzonen können künftig erhebliche Einschränkungen für den Neubau oder die Nutzung von Wohngebäuden entstehen. Für Marzling sind die Auswirkungen zwar deutlich geringer als beispielsweise für Hallbergmoos oder Eitting und beschränken sich im Wesentlichen auf einen kleinen Bereich an der südlichen Gemeindegrenze. Sichtlich überrascht von der Geschwindigkeit – von der ersten Info bis zum Ende der Einspruchsfrist waren nur knapp zwei Monate Zeit – haben wir uns der Forderung angeschlossen, für das Inkrafttreten der neuen Regelungen eine Übergangsfrist bis Ende 2029 vorzusehen.

Zusätzliche Ladesäule für Marzling

Aufgrund einer Bürgeranfrage beschäftigte sich der Gemeinderat auch mit der Frage einer weiteren öffentlichen Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge. Bereits vor einigen Jahren hatte es hierzu eine Anfrage gegeben. Damals bestand jedoch wohl kein ausreichender Bedarf – schön wäre es jedoch wenn wir es schaffen könnten eine Schnell-Ladesäule mit privaten Partnern zu realisieren.

Weiterer Schritt für das Gewerbegebiet Marzling Ost

Einer der wichtigsten Beschlüsse der Sitzung war die Feststellung der 4. Änderung unseres Flächennutzungsplans für das „Gewerbegebiet Marzling Ost“.

Der Bereich zwischen der Bahnlinie und der Freisinger Straße zusätzlicher Raum für Gewerbeansiedlungen geschaffen werden. Ziel ist es, nicht nur dringend benötigte Flächen für Betriebe bereitzustellen sondern gleichzeitig die finanzielle Basis unserer Gemeinde langfristig zu stärken.

Im Rahmen des umfangreichen Beteiligungsverfahrens wurden die Stellungnahmen der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange behandelt und abgewogen. Unter anderem wurden Fragen des Flächenverbrauchs, der Landwirtschaft, des Artenschutzes, des Wasserhaushalts und der Lage an der Bahnlinie behandelt.

Der Gemeinderat stellte die Flächennutzungsplanänderung schließlich einstimmig fest und beauftragte die Verwaltung, die Unterlagen dem Landratsamt Freising zur Genehmigung vorzulegen. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entwicklung des Gewerbegebiets erreicht.

Neue Ehrennadel für die Gemeinde Marzling

Besonders gefreut habe ich mich über den einstimmigen Satzungsbeschluss zur Einführung einer Ehrennadel der Gemeinde Marzling.

Unsere Gemeinde lebt vom Einsatz vieler Menschen, die sich ehrenamtlich, sozial, kulturell, wirtschaftlich oder auf andere Weise für das Gemeinwohl engagieren. Mit der neuen Ehrennadel schaffen wir künftig eine dauerhafte und sichtbare Möglichkeit, außergewöhnliche Verdienste um Marzling zu würdigen.

Die neue Satzung regelt unter anderem die Voraussetzungen für eine Ehrung, das Vorschlags- und Entscheidungsverfahren sowie die Verleihung und das Tragen der Ehrennadel. Die Satzung wurde vom Gemeinderat ohne Änderungen und einstimmig beschlossen.

Archäologische Funde bleiben in der Region

Der Gemeinderat hat außerdem einer Vereinbarung mit dem Landkreis Freising über den Verbleib archäologischer Funde zugestimmt.

Sollten künftig auf Marzlinger Gemeindegebiet archäologische Funde gemacht werden, können diese weiterhin fachgerecht im archäologischen Depot des Landkreises Freising aufbewahrt, konserviert und wissenschaftlich aufgearbeitet werden. Die Gemeinde selbst verfügt nicht über geeignete Räume und Einrichtungen für eine dauerhafte Lagerung. Gleichzeitig bleiben die Funde in unserer Region und können beispielsweise für Ausstellungen ausgeliehen werden.

Im Zusammenhang mit diesem Thema wurde außerdem angeregt, künftig einmal einen öffentlichen Vortrag über die archäologischen Fundstellen und Funde im Gemeindegebiet anzubieten. Diesen Vorschlag möchte ich gerne aufgreifen.

Beitritt zum Klimaschutzbündnis

Einstimmig beschlossen wurde außerdem der Beitritt der Gemeinde Marzling zum Klimaschutzbündnis des Landkreises Freising.

Die Mitgliedschaft ist für die Gemeinde kostenlos und bringt uns die Möglichkeit, uns mit anderen Kommunen auszutauschen sowie die fachliche Unterstützung des Energiewende-Teams des Landratsamtes Freising zu nutzen.

Eilentscheidung zum Kauf eines Bauhoffahrzeugs

Der Gemeinderat nahm außerdem eine von mir getroffene Eilentscheidung zum Kauf eines weiteren Kommunalfahrzeugs für den Bauhof zur Kenntnis.

Der gebrauchte Ford Transit wurde zu einem Gesamtpreis von 20.950 Euro erworben. Da der Betrag geringfügig über der in der Geschäftsordnung vorgesehenen Wertgrenze lag und kurzfristig eine Entscheidung erforderlich war, wurde der Kauf im Wege einer Eilentscheidung abgewickelt. Der Bauhof hatte das Fahrzeug zuvor vor Ort besichtigt. Vergleichbare Fahrzeuge waren teurer und es lagen weitere Kaufinteressen vor. Wichtig war dabei auch, dass der insgesamt für die Fahrzeugbeschaffung vorgesehene Haushaltsansatz nicht überschritten wurde.

Jahresrechnung 2025 vorgestellt

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Vorstellung der Jahresrechnung 2025.

Der Verwaltungshaushalt schloss mit rund 10,34 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit rund 2,05 Millionen Euro. Damit lag das Gesamtergebnis bei knapp 12,4 Millionen Euro und damit unter dem ursprünglich geplanten Haushaltsvolumen.

Zum 31. Dezember 2025 betrug die Verschuldung der Gemeinde rund 6,34 Millionen Euro. Die allgemeine Rücklage lag bei rund 893.000 Euro. Der Gemeinderat nahm die Jahresrechnung 2025 zur Kenntnis.

Beschlüsse aus nichtöffentlichen Sitzungen bekannt gegeben

Nachdem die Gründe für die Geheimhaltung entfallen waren, konnten außerdem mehrere Beschlüsse aus der vergangenen nichtöffentlichen Sitzung veröffentlicht werden.

Für das Gemeindegrundstück südlich des Pflegeheims hat sich der Gemeinderat für eine Bebauungsvariante mit drei Doppelhäusern und einem Einfamilienhaus entschieden. Ein Architekt wurde mit der Erstellung eines entsprechenden Bauantrags beauftragt.

Außerdem wird der Mietvertrag für das Alte Feuerwehrhaus in Hangenham mit der Schützengesellschaft Hangenham bis zum 31. Dezember 2037 verlängert.

Auch die zukünftige Stromversorgung der gemeindlichen Liegenschaften wurde vergeben. Die Strombelieferung erfolgt für den Zeitraum vom 1. Juli 2026 bis zum 31. Dezember 2028 weiterhin durch das Überlandwerk Erding.

Verschiedenes

Zum Abschluss der Sitzung wurden noch verschiedene kleinere Anliegen angesprochen. Unter anderem ging es um die Freischneidung von Sichtbereichen und Gehwegen, um wiederkehrende Überschwemmungen am Angerweg sowie um die geplante Änderung des Naturschutzgesetzes, die künftig möglicherweise die Aufstellung einfacher Einrichtungen wie Sitzbänken erleichtern könnte.

Darüber hinaus stimmte der Gemeinderat zu, den geplanten Seniorenausflug mit einer Spende für Kaffee und Kuchen zu unterstützen.

Die nächste reguläre Gemeinderatssitzung findet am 23. September 2026 statt.

Vielen Dank für Ihr Interesse!

Ihr Thomas Sellmeir

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